Energie- und Glukosebereitstellung

Der Gesundheitszustand des Tieres und die Genauigkeit der Fütterung während der Transitperiode bestimmen, wie schnell die Futteraufnahme und der Energiegehalt nach dem Kalben optimiert werden können!

Erhöhte Energieaufnahmekapazität in der Hochlaktation

  • Erhöhung der Futteraufnahmekapazität
  • Erhöhung der Energiedichte der Ration

Gezielte Transitfütterung von der Trockenstehphase bis 3 Wochen pp

Idealerweise werden die Kühe in der Transitphase auf einen Body condition score (BCS) von 3,5 eingestellt.

  • Frühe Trockenstehphase (Far-off-Periode)
    Eine energetische Überversorgung muss unbedingt vermieden werden, da überkonditionierte Tiere post partum weniger Futter aufnehmen.
  • Vorbereitungsfütterung (Close-up-Periode, 2-3 Wochen vor der Kalbung)
    Neben Grundfutter guter Qualität sollte bereits eine graduelle Erhöhung der Kraftfuttermenge bis auf 3 kg/Kuh/Tag erfolgen, um einerseits den erhöhten Bedarf der Kuh am Ende der Trächtigkeit zu decken und andererseits den Vormagen auf die konzentratreiche Fütterung pp vorzubereiten (66).
  • Anpassungsfütterung (-3 Wochen pp)
    Möglichst keine abrupte Änderung der Grundfuttermittel. Die Stimulation der Futteraufnahme hat oberste Priorität, da Kühe aufgrund ihrer geringen Futteraufnahmekapazität zu einer negativen Energie- und Nährstoffbilanz neigen. Alle Maßnahmen zur Stimulierung der Futteraufnahme und zur Erhöhung des Energiegehalts sollten schrittweise eingeführt werden, um eine subakute Pansenazidose (SARA) zu vermeiden. Änderungen an den Grundfutterrohstoffen dürfen niemals abrupt vorgenommen werden. Während dieser Zeit sollte dem Futter kein Fett zugesetzt werden, da es das Ungleichgewicht zwischen glukogenen und lipogenen Energieträgern weiter erhöht und die Futteraufnahme reduziert.

Kernmaßnahmen zur Stimulation der Futteraufnahme

  • Grundfutter guter Qualität
  • Graduelle, langsame Erhöhung der Kraftfuttermenge
  • regelmäßige Bereitstellung frischer TMR und
  • Faserstruktur, die auf eine verkürzte ruminale Verweildauer des Futters abzielt (28)

Verbesserung Energiedichte der Ration durch:

  • verfütterung Pansen-resistenter Stärke (5,25)
  • Fettzusatz (27), wodurch das Risiko von Pansenazidosen begrenzt wird

Therapeutische Maßnahmen bei Ketose – Fütterung

  • Glukose intravenös oder als Drench applizieren.
    Die orale Substitution größerer Glukosemengen (bis 2 kg/d) wird von den Tieren gut toleriert, da die Glukose zum einen über das Pansenepithel resorbiert (1,3) und zum anderen von Pansenprotozoen als Glykogen gespeichert wird (10). Das protozoäre Glykogen steht dann postruminal als Glukosequelle für das Tier zur Verfügung.
    Nachteilig ist allerdings, dass Glykogen von Protozoen und Pansenmikroben nicht stabil eingelagert wird. Hierdurch entstehen hohe Energieverluste und auch die N-Effizienz geht stark zurück (10).
  • Glukolastische Substanzen (Na-Propionat, Propylenglykol, …)
  • weiteren, parenteralen Therapiemöglichkeiten (Glukokortikoide, Catosal)

Erhöhung der Futteraufnahme

  • Hochwertiges, schmackhaftes Futter (Zusatz von Geschmacksstoffen: ätherische Öle)
  • Konditionierung auf einen BCS von 3,5 ante partum (fette Tiere fressen nach der Geburt weniger)
  • Close-up-Fütterung ante partum (graduelle Erhöhung der Kraftfuttermenge: bis ca. 2-3 kg/d)
  • Anpassungsfütterung post partum (kein abrupter Grundfutterwechsel, graduelle Erhöhung des Kraftfutters)
  • Faserstruktur optimieren für schnelle Pansenpassage und ‘beherrschtes’ Azidoserisiko (peNDF> 8 mm ong. 15%)
  • Gesundheitsmanagement, Milchfieberprophylaxe!

Erhöhung der Energiedichte der Ration

  • Fütterung Pansen-resistenter Stärke
  • Fettfütterung (Gesamtfett bis 5% TS; bis 7% bei geschützten Fetten)
  • Gezondheidsmanagement, preventie van melkziekte!

Erhöhte Glukosebereitstellung

  • Mais
  • Sorghum
  • Gerste (ggf. Milchsäure-behandelt
  • NaOH-behandelter Weizen

Pansenfüllung

Die Pansenfüllung informiert darüber, wie die Kuh isst. Von hinten gesehen muss der Pansen herausragen 45.

Score 1

Tief eingefallene linke Seite; die Haut oben auf der diagonalen Protuberanz des Lendenwirbels ist eingedrückt. Die Falte oder Haut ist eindeutig vertikal vom Hüftknochen abwärts gerichtet. Pansengrube hinter dem Rippenbogen ist mehr als eine Handbreite. Von der Seite gesehen ergibt sich eine rechteckige Flankenansicht.

Score 2

Die Haut über der diagonalen Protuberanz des Lendenwirbels ist eingedrückt. Die Falte oder Haut des Hüftknochens klappt schräg nach vorne, zum Rippenbogen. Die Pansengrube hinter dem Rippenbogen entspricht einer Handbreite. Von der Seite gesehen ergibt sich eine dreieckige Ansicht.

Score 3

Die Haut über der diagonalen Protuberanz des Lendenwirbels geht zuerst senkrecht nach unten und dann nach außen. Der Hüftknochen ist nicht sichtbar, aber die Pansengrube hinter dem Rippenbogen ist zu sehen.

Score 4

Die Haut über der diagonale Protuberanz des Lendenwirbels ist direkt nach außen gewölbt. Hinter dem Rippenbogen ist keine Pansengrube zu sehen.

Score 5

Die diagonale Protuberanz des Lendenwirbels ist wegen eines gut gefüllten Pansens nicht sichtbar. Die Bauchhaut ist stark gedehnt. Es ist kein Übergang von der Seite zu den Rippen zu sehen.

* Siehe auch Referenzseite

Bayer Farm

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